"Selbst im Weinbauklima braucht die Wollmispel guten Winterschutz, ansonsten gedeiht sie in unseren Breiten nur als Kübelpflanze und muss überwintert werden (Näheres dazu siehe unten). Aber sie ist im Mittelmeerraum das erste Gehölz im Jahr, das im Frühling Früchte trägt.
Unbekanntes Rosengewächs
Die Wollmispel (Eriobotrya japonica aus der Familie der Rosaceae) trägt viele Namen. Sie heißt auch Japanische Mispel, Loquat und Brasilianische Aprikose. Spanier vermarkten sie als „Nispero". Zudem verwirren die vielen Sortennamen. ‚Early Red' reift bereits im Januar, ‚Nespoli' liefert kleine, ‚Nespoloni' große Früchte. Früchte von ‚Advance' präsentieren sich leuchtend gelb, die von ‚Champagne' birnenförmig, und die Früchte von ‚Premier' sind oval.
Die Pflanze stammt aus Japan und China und wird inzwischen auch in Florida, Kalifornien, Israel, Spanien, der Türkei, Italien, Frankreich und Algerien angebaut.
Attraktive Pflanze
Wollmispel heißt die Frucht deshalb, weil die jungen Blätter der immergrünen Pflanze auf der Unterseite einen wollartigen Filz tragen. Die ausgeprägte Nervatur, die glänzend dunkelgrüne Blattoberfläche, die silbrig schimmernde Blattunterseite, die 2 cm großen, weißen Blüten und die pflaumengroßen, mattorangefarbenen Früchte verleihen der Pflanze ein rund ums Jahr apartes Aussehen.
In freier Natur wird der Baum 5 bis 8 m hoch. Er liefert bis zu 30 kg Früchte. Sie reifen je nach Sorte von Januar bis April, meist mehrere in einem Fruchtstand. Sie gehen aus 30 bis 50 Blüten je Blütenstand hervor. Setzen zu viele Früchte an, wird ausgedünnt.
Erfrischende Frucht
Frische Wollmispeln gibt es bei uns meist nur im April und Mai; sie kommen vorwiegend aus Spanien, Italien und der Türkei. Aufgrund ihrer empfindlichen Schale sind sie transportempfindlich und entsprechend rar.
Einwandfreie Früchte halten sich bis zu zwei Wochen im Kühlschrank. Das leicht säuerliche, nach Apfelaroma duftende, blassorange Fruchtfleisch schließt meist einen oder zwei, maximal fünf Kerne ein, die sich problemlos lösen.
Loquats schmecken, wie Pflaumen oder Aprikosen, am besten, wenn man sie frisch schält und gleich aus der Hand isst. Bis auf die gerbstoffhaltige Haut bleibt kein Abfall. Selbst die erdnussgroßen Kerne sind essbar. Sie schmecken mandelartig und lassen sich auch wie Mandeln verwenden.
Einfache Pflege
Der immergrünen Pflanze kann es kaum heiß genug sein, im Winter genügen ihr allerdings 5 °C an einem hellen Standort. Da die Pflanze Fröste bis - 10 °C verträgt, genügt es, sie im Weinbauklima von Dezember bis Februar ins Haus zu holen oder im Freien gut zu schützen. In einem durchlässigen, leicht sauren Boden und mit kalkarmem Gießwasser gegossen macht die Pflanze kaum Probleme. Steht sie zu trocken, fallen die Blätter ab, später treiben neue aus.
Man kann Pflanzen leicht selbst anziehen, wenn man die Kerne gekaufter Früchte 2 cm tief in der Erde bei 20 °C keimen lässt. Großfrüchtige Sorten entstehen durch Veredlung auf Eberesche oder Quitte als Unterlage.
Muntermacher
Wollmispeln vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit. Die reichlich enthaltenen, aber mild schmeckenden Fruchtsäuren erfrischen - ganz so, wie man es von der ersten Frucht des Jahres erwartet. Loquats sind zwar keine Vitamin-C-Spender, beleben aber auf kalorienarme Weise. Dank des hohen Kalium-Gehaltes regulieren sie den Wasserhaushalt und helfen entschlacken. Karotene und Phenole unterstützen den Körper bei der Tumorabwehr."

(http://www.gartenfreunde.de/archiv/2001-05/wollmispeldieerstefruchtdesjahres)